Musik poetischer Zartheit
Cornelia Sonnek mit Werken Robert und Clara Schumanns

"...Cornelia Sonnek,... präsentierte sich dabei nicht nur als vorzügliche Interpretin am Flügel, sondern unternahm darüber hinaus, in Form eines Gesprächskonzertes ein Doppelportrait des Liebes- und Ehepaars Robert und Clara Schumann zu entwerfen. Gleichermaßen kenntnisreich wie eloquent verstand es die Pianistin fern von romantisierenden Legendenbildungen, Psychogramme der beiden so verschiedenen Künstlerpersönlichkeiten und ihrer bei aller Zuneigung schwierigen Beziehung zu zeichnen... Die erklingenden Werke unterstrichen die Charakterzeichnungen... Von der auch in den Variationen aus der Sonate op. 14 zu vernehmenden Versponnenheit Robert Schumanns hob sich Claras Komponieren ab: beispielhaft in dem "Pièce fugitive" op 15/1 und den Variationen op. 20 über ein Thema ihres Mannes, die neben virtuosen und kraftvollen Passagen auch viel poetisch Zartes enthielten."
Mittelbayerische Zeitung

Wunderbare Wanderungen auf Fingerspitzen
"...Das Flüchtige, nur als Andeutung Daherkommende ist ihr Metier - und ihre Stärke, die Töne aus dem Nichts herauszuziehen und wieder dorthin verschwinden zu lassen... Sehr individuell geprägt auch der zweite Teil mit Bachs Englischer Suite d-moll und Tänzen von Schubert und Brahms. Besonders den Walzern entzieht sie das Bodenständige - fast bis zur Auflösung des Dreiertaktes. Tanz wird zur verlorenen Sehnsucht nach dem Tänzerischen. Eine eigenwillige Interpretation, die, so streitbar sie ist, eine Pianistinnenpersönlichkeit zeigt, von der man noch einiges erwarten kann."
Badische Zeitung

Mit innigster Empfindung
"...Wunderbar interpretierte die Künstlerin auch Beethovens späte E-Dur Sonate op. 109. Voller Kraft das lebhafte Vivace ma non troppo, scheinbar sachlich gespielt, doch hoch konzentriert das Prestissimo und introvertiert verträumt der letzte Satz, den der Komponist mit "Gedankenvoll, mit innigster Empfindung" überschrieben hat. Gerade das Variationen-Andante des Finales ließ gegenüber den anderen Formen wie Rondo oder Fuge der Phantasie des Interpreten große Freiheiten, die Sonnek auch umzusetzen wusste: Wie verwandelt erschien die Anfangsmelodie in ihrer ursprünglichen Gestalt nach den sechs Variationen..."
Allgemeine Zeitung Mainz

Höhepunkt dort, wo die Musik selbst die Fragen stellt
"... Cornelia Sonnek, gebürtige Mainzerin und mittlerweile selbst Dozentin für Klavier an der Musikhochschule in Würzburg, gab ein Heimspiel. ..., in dem sich kluge Phrasierung und selbstbewußte Agogik mit souveränder Technik verband... Durch die expressive Klangsprache erreichte Sonnek einen fast orchestralen Eindruck... Wo das Werk selbst die Fragen stellte, wie in Schumanns Kreisleriana, war Sonnek in ihrem Element. Ein Höhepunkt des langen Konzertnachmittags war die Fantasie Nr. 2, in der sich romantische Farbverschattungen mit archaisch-kindlichen pentatonischen Melodien paarten..."
Mainzer Rhein-Zeitung

Der Sarabande die edle Würde
"Wer in den Kammermusiksaal von Haus Sollbrüggen kam,... erlebte eine Sternstunde der Klaviermusik... Stupende Technik auf der Klaviatur wurde überhöht durch eine eminente Musikalität, eine Auffassungskompetenz und vollendete künstlerische Interpretation...
Im Finale des Assai allegro hielt man bei der Generalpause wirklich den Atem an. Mozart so eindringlich heutig gespielt - nichts, gar nichts mehr von angeblichen Rokoko-Klängen... "Schwer zu spielen" (J. S. Bachs Englische Suite Nr. 6) heißt es von ihr. Cornelia Sonnek jedoch wirbelte die köstlichen Tanzsätze mit ihren schmalen Händen über die ganze Tastatur. Der Sarabande aber verlieh sie edle Würde... Nach der Pause ertönte mit Brahms, (op. 18, 1-4) einer der großen Klavierkomponisten des 19. Jahrhunderts. In seinen Klavierstücken verlangt er für deren Interpretation höchste Kunstfertigkeit. Und die bot Cornelia Sonnek! Feurig und leidenschaftlich aufrauschend, dann versinkend in zarte Gesanglichkeit: so erblühten die Motive in der pianistischen Wiedergabe... Ein überwältigendes Konzerterlebnis."
Westdeutsche Zeitung

Zugaben werden zum "i-Tüpfelchen" auf anspruchsvolles Piano-Recital...
"... Cornelia Sonnek gelang es, sowohl die für Schubert typische Melancholie und Weichheit als auch die überschäumende Lebensfreude einzufangen, wobei sich die Zuhörer ganz besonders angetan vom 2. Satz zeigten,... Und geradezu bestechend war die Reife, mit der die erst 25-jährige an dieses "Alterswerk" (op. 116-119) des großen Brahms ging und in den Zuhörern den Eindruck weckte, sie "spiele" nicht nur diese Tragik, sondern sie "lebe" sie gleichzeitig. Zeitgenössische Klänge aus einer anderen Welt" brachte die als 1. Zugabe dargebotene Komposition, 1952 von Alberto Ginastera erstellt, in der wieder viel jugendliche Schwungkraft an den Tag trat, doch geradezu "leuchtende Augen und sich weitende Herzen" gab es beim Auditorium, als die Künstlerin, wohl selbst von der ganz besonderen Stimmung gefangen, die ihr Vortrag ausgelöst hatte, als "Bonbon" das "Präludium" und die "Allemande" aus Johann Sebastian Bachs "Englischer Suite" vortrug, und zwar in einer völligen inneren Gelöstheit, so daß sich das polyphone Klangerlebnis geradezu greifbar im Saal ausweitete..."
Die Kitzinger

Dialog der Stimmen
"In der eröffnenden Sonate c-Moll KV 457 Mozarts zeigte sich sofort, mit welchem großen formalen Gespür die Pianistin diese Sonate durchdrang. Detailbewußtes Spiel, bei dem dennoch nie der große Bogen verloren ging, vermittelte den inneren Zusammenhang des Werkes auf eindringlichste Weise. Auch in den anschließenden drei Sätzen aus der A-Dur-Sonate D 959 von Franz Schubert bewies sie großes Einfühlungsvermögen... Hier zeigte sich auch, wie sensibel Cornelia Sonneks Anschlagstechnik ausgebildet ist. Dadurch erhält ihr Spiel den kantablen Ausdruck, den die Melodien Schuberts benötigen. Zerrissenheit dann im dritten Satz: Durch den kompositorischen Fleischwolf gedreht, geraten die tanzartigen Strukturen zur Groteske, erfordern aber auch Mut zum Sarkasmus. Den legte die Pianistin mit Wucht hinein. Die leidenschaftlichen Brahms Klavierstücke op. 118, von denen hier die ersten vier erklangen, wurden mit emotionaler Kraft und höchstem Ausdruck präsentiert.
Als Zugabe spielte die Pianistin den ersten Satz aus Alberto Ginasteras Sonate op. 1, in welchem brachiale Rhythmen und schwebende Klänge einander abwechseln. Sonneks enorme stilistische Wandlungsfähigkeit ermöglichte die Vermittlung dieses Werks ebenso wie die der zwei Sätze aus der Englischen Suite Nr. 6 von J. S. Bach. Vor allem im Präludium war das Kontrapunkt-Geflecht glasklar zu verfolgen, spannend offenbarte sich der Dialog der Stimmen."
Mainpost

Selbst bei Mozart findet sich Romantisches
"... Sonneks musikalische Gestaltungsgaben und ihre hohe pianistische Kultur entfalten sich bei Schubert und Brahms... Drei Sätze aus Schuberts A-Dur-Sonate D 959 gelangen mit farbenreichem Spiel, sehr disziplinierter und gerade im Hinblick auf Mozart verblüffend vielfältiger Anschlagskultur. Wunderschön gestaltete Sonnek insbesondere das in seiner Rätselhaftigkeit an den langsamen Satz aus der C-Dur-Sinfonie erinnernde Andantino... Eine rhythmisch-saftige Zugabe von Alberto Ginastera bestätigte Sonneks Virtuosität abermals auf erfreuliche Weise."
Allgemeine Zeitung Mainz

Gefühle zwischen Wut und Trauer auf die Klaviatur übertragen
"In die Riege junger pianistischer Leistungssportler hat Cornelia Sonnek nie hineingepaßt. Dabei ist sie fleißig, ist sie schnell, ist sie gleichzeitig ausdauernd genug, um in Klavierguru Kämmerlings Camps locker mit wetteifern zu können. Aus dem Rahmen standardisierter Bilder aber fällt die Pianistin dann, wenn man ihr Begriffe wie "begabt" oder "talentiert" zuordnen möchte. Denn die 25jährige Mainzerin hat sich bereits eine Reife erspielt, die weit jenseits dessen rangiert, was man dieser Altersklasse gemeinhin zutrauen möchte... Dass aufgeklärt und abgeklärt sich dabei nicht zwangsweise paaren, beleuchtet Cornelia Sonnek auf geradezu irritierende Weise. Schon das "Allegro" (Haydns Es-Dur Sonate XVI/52) vibriert vor untergründiger Spannung. Scharfkantig prallen delikate Zierlichkeit und Dramatik im langsamen Satz gegeneinander. Es kracht nicht selten. Aber es kracht immer auf bemerkenswert inspirierende Weise. Der rasante Finalsatz weist Sonnek dann endgültig als Spielerin auf höchstem Niveau und im wahrsten Wortsinne aus. Mehr noch als anderswo erscheinen Emotionen hier gebändigt, der Vernunft untergeordnet, welche sie auf einem imaginären Brett wie Schachfiguren hin und her rückt. Normalerweise schlägt schöne Schlichtheit (oder schlichte Schönheit) alles. Für Cornelia Sonnek aber gilt kein "normalerweise", und so triumphiert der Rausch der Raffinesse über die Einfachheit. Das gilt auch für die "c-Moll-Sonate, KV 457", ein für Mozart beinahe untypisch vielschichtiges Werk, das gerade deshalb für Sonnek wie geschaffen erscheint. Grimmige Wut und Trauer vermengen sich hier (Kopf- und Finalsatz), erdrücken beinahe die kindliche Naivität des sinnierenden Adagio-Intermezzos. Sonnek nimmt diese Äußerungen jedoch nicht als Entäußerungen, sondern als Teil eines dreiaktigen Opernspiels, das anrührt, berührt... Mit Ginasteras tastendonnernder "a-Moll-Sonate" beweist die Mainzer Pianistin neben Raffinement noch mustergültige Wandlungsfähigkeit. Zwar bleiben ihre Kontraste gestochen scharf, aber sie zielen - anders als bei Haydn und Mozart - auf Vereinfachung. Trotz dauernder Verflechtung bleibt das rhythmisch inszenierte Gewitter zwischen "AIlegro marcato" und "Ruvido ed ostinato" bewundernswert transparent."
Mainzer Rhein-Zeitung

Mozarts Sonaten neu "erschaffen"
"... Gefeierter Gast des Abends war die Mainzer Pianistin Cornelia Sonnek, die mit ihrem Auftritt nicht nur die Liebhaber klassischer Werke zu bezaubern und zu begeistern wußte. Als die 24jährige Profimusikerin den Anlaß des Benefizkonzertes erfahren hatte, verwarf sie kurzerhand das geplante Programm und wählte Kompositionen aus, die den "Schülern die Berührungsängste vor dieser anspruchsvollen Musik nehmen sollten"... Doch geriet die Technik nicht zum Selbstzweck, sondern sie arbeitete im Dienste der Musik, im Sinne des Stückes und damit letztlich für seinen lebendig-neuen Ausdruck. Verblüffend die Reife, mit der die junge Pianistin,... das Werk Mozarts neu erschuf und nicht bloß als Interpretin reproduzierte... Cornelia Sonnek rüttelte ihr Publikum auf. So auch mit den vier Klavierstücken, op. 118, des Spätromantikers Brahms: Sie lebten ebenfalls von eben diesem Esprit, die Pianistin spannte die großen Bögen der Cantilenen, malte die reichen Klangfarben Brahms' vielfältig und neu aus. Höhepunkt des Konzertes war dann aber die Sonate in
a-moll, op. 1, des Argentiniers Ginastera... Der vierte und letzte Satz der Klaviersonate von 1952 im Stile des Bossa Nova bildete den fulminanten Schlußpunkt des Abends...
Dieser Abend, er war ein unvergeßlicher!..."
General-Anzeiger Bad Honnef

Großes Nachwuchstalent sorgte für Furore
Pianistin Cornelia Sonnek riss die Zuhörer von den Sitzen.
"... Für Hochstimmung im Kursaal... sorgten nicht zuletzt die Darbietungen der erst 24-jährigen, aus Mainz stammenden Pianistin Cornelia Sonnek, einer Künstlerin, die schon jetzt zu den großen Nachwuchshoffnungen für die kommenden Jahrzehnte gerechnet werden darf. Ihr "Gesprächs-Konzert" faszinierte nicht allein durch die musikalische Interpretation, sondern auch durch kluge und fesselnde Einführungen in die dargebotenen Werke und das Leben ihrer Schöpfer. Es sei ihre besondere Leidenschaft, besessen zu musizieren, aber auch gern darüber zu sprechen, sagte sie von sich selbst und bestätigte beides zugleich auf das optimalste. So erhielten selbst Unkundige und Laien die passenden Schlüssel zum Verständnis des dargebotenen Programms,... Mit großer Kraft deckte sie die Tonsprache von Johannes Brahms auf in vier seiner sechs Klavierstücke op. 118 und bewies souveräne virtuose Meisterschaft in den Ecksätzen der Ginastera-Sonate. Das riß die Zuhörer von den Sitzen und provozierte einen Beifall, der kaum noch zu steigern war. Nach zwei Zugaben verabschiedete sich die großartige, junge, sympathische Künstlerin..."
Honnefer Volkszeitung

Dämmrig und duftig
"... mit Cornelia Sonnek stellte sich eine mittlerweile arrivierte junge Pianistin vor, deren Erfolge erst der Anfang einer erfolgreichen Laufbahn zu sein scheinen... In der Folge entstand ein ebenso gefühlvoller wie dezidierter Vortrag, der Bachs Chromatik und Figurensprache (Präludium & Fuge d-moll WTK II) mit erstaunlicher Gestaltungssicherheit aufs Klavier übertrug. Dezent nur wurde das Pedal berührt und im aufrecht-ruhigen Oberkörper - so schien es - entstand eine verständige Kraft, die mit den Bewegungen der Finger in überraschende, flüssige Übergänge, markige Bässe, tänzelnde Verzierungen und treibende Motorik umgewandelt wurde. Dämmriger wurde der Abend und duftiger die Musik. Über "Le Tombeau de Couperin" wurde barocke Gestik ins Impressionistische übertragen, als Cornelia Sonnek mit wieselflinken Bewegungen Ravels schwerelose, doch hochkomplizierte Ornamente knüpfte..."
Mainzer Rhein-Zeitung
Cornelia Sonnek

Cornelia Sonnek